Was die Banken in der Krise noch verschweigen

12. Oktober 2008

In der aktuellen Finanzkrise, die durch zockende Banken ausgelöst wurde, verschweigen die Banken bisher beharrlich ihre Verluste aus der Zusammenarbeit mit unseriösen Immobilienvermittlern in Deutschland. Hier haben sich die Banken in Deutschland über zehn Jahre mit System an einem landesweiten Immobililienbetrug beteiligt. Die Namen ändern sich, das Vorgehen war immer ähnlich.

Steuervorteile und Altersvorsorge ohne Komplikationen war das ziehende Argument.

Man hat mit unseriösen Immobilienvermittlern gearbeitet und ahnungslosen Bürgern, die sich mit Immobilien nicht auskannten, völlig überteuerte Schrottimmobilien verkauft und zu 100% finanziert. Ein gutes Geschäft für die Banken, bis auffliegt, dass die finanzierte Wohnung nur gerade mal 20% des Kaufpreises wert ist.  Die zur Finanzierung benötigten Gutachten, die das Vertrauen der Verbraucher in den richtig berechneten Kaufpreis begründeten, bekommt der Schuldner natürlich nicht zu sehen.

Stattdessen wird jeder Fall als Einzelfall dargestellt, so dass der Kreditnehmer glauben muss, dass nur er auf den unseriösen Vermittler reingefallen sei. Dass das eine Lüge ist, stellt der Betrogene – wenn überhaupt – erst fest, wenn er selbst Nachforschungen betreibt.

Inzwischen holt die Banken Ihre Vergangenheit ein und immer mehr Betrogene wehren sich. Darauf wird mit Unverständnis von Seiten der Bank reagiert. Man setzt kurze Zahlungstermine, beginnt die Zwangsvollstreckung gegen das Opfer und zwingt so einen Großteil der Betroffenen in die Insolvenz. Der andere Teil wehrt sich und muss dann selbst Nachweise für das Geschäftsverhalten der Bank erbringen, die er normal nicht wissen kann.  So schützen Deutsche Gerichte die Banken vor Rückabwicklungsansprüchen.

Es sind Milliardenwerte, die so vernichtet werden. Was ist dagegen schon die Existenz von Familien, was ist dagegen schon der Tod einiger Betroffener. Hauptsache, die Banken haben anfangs gut mit dem systematischen Ausplündern ihrer Kunden gelebt und Hauptsache, Politik und Justiz schützen die Machenschaften, indem sie den Betroffenen jeden Stein in den Weg zur Gerechtigkeit legen.

Jede deutsche Großbank hat hier mitgemacht, Hypo-Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Volksbanken, selbst die öffentlichen Landesbanken, allen voran die LBBW, haben über Tochterunternehmen kräftig mitgemischt. Am Bekanntesten wurden die Geschäfte der Badenia Bausparkasse, gegen die rund 2000 Klagen aus 7000 Verkäufen anhängig sind.

Inzwischen wandelt sich die Rechtsprechung, nachdem mehr und mehr Gerichte verstehen, dass hier mit System knallhart abgezockt wurde, dass auch die Bankenvertreter in solchen Verfahren immer wieder lügen. Deshalb drücken die Banken jetzt noch stärker auf die Opfer, damit noch weniger sich wehren können und der unvermeidliche Verlust aus diesen Geschäften nicht noch zusätzlich die Bilanzen schwächt.

Statt fair zu sein und gegenüber den Betroffenen Verantwortung zu zeigen, muss jeder einzelne Fall bis ins Kleinste bewiesen werden und selbst dann bieten die Banken nur faule Vergleiche an.

Bei über 300.000 Fällen mit einer Durchschnittsgröße von geschätzten 70.000 Euro kommen wir auf Schäden in Höhe von 21 Milliarden Euro, allein durch Geschäfte der Banken mit Schrottimmobilien.

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