Die meisten Partnerprogramme funktionieren nicht

17. Oktober 2007

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie mit Ihrer Webseite oder Ihrem Blog so wenig einnehmen? Ich frage mich das seit 1998, wo ich die ersten Partnerprogramme ausprobierte. Eigentlich sind die Programme ja eine tolle Idee: Ohne etwas zu tun, soll man Geld verdienen können, einfach durch Umwandlung des eigenen Traffics in Geschäft für andere.

Und genau da liegt das Problem: Das Geschäft macht der andere und Sie bekommen ein paar Brosamen dafür, dass Sie das Geschäft vermittelt haben. Ich hatte zum Beispiel mal eine Seite, die hieß dvd-charts.com. Diese Seite sollte nur die Chartlisten darstellen und potenzielle Käufer dann auf Amazon umleiten. Das funktionierte auch, aber die Provisionen waren so gering, dass ich nur unzufrieden sein konnte.

Andere Partnerprogramm-Anbieter verschwanden über Nacht mit meinen Provisionen, die ich monatelang angespart hatte. Als letzter Golden-X mit ein paar hundert Euro.

Was müssen wir also anders machen? Adwords von Google? Das kann funktionieren, wenn man den richtigen Content hat und Google auch dazu passende Anzeigen einblendet. Aber auch hier ist Gefahr im Verzug, denn die erste Abmahnung wegen Google-Anzeigen ist schon verschickt worden.

Ich denke, wir müssen umdenken.

Müssen uns selbst fragen, warum wir auf den einen Link klicken, den anderen aber nicht beachten. Wir müssen auch überlegen, wie wir selbst einkaufen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Wann und wo haben Sie Ihren letzten Spontan-Kauf im Internet getätigt. Bei  ebay oder amprice, bei amazon.de? Sicher haben Sie gekauft, weil der Context gerade passte oder Sie einfach beim Stöbern zufällig etwas fanden. Die Hinweise “Bitte kauft bei unseren Partnern und unterstützt damit unsere Webseite” haben noch nie etwas gebracht, denn das ist wie der Klingelbeutel in der Kirche, wo auch immer wieder Knöpfe und 1 Cent-Stücke gefunden werden.

Gerade Partnerprogramme großer Anbieter, die schon hinreichend bekannt sind, machen wenig Sinn, es sei denn, diese stehen in einem so engen Zusammenhang zum Angebot der Seite, dass Leute zum Beispiel auf die Idee gebracht werden, eine Domain zu reservieren und da ganz zufällig direkt diese Möglichkeit über ein Partnerprogramm angeboten wird.

Denken wir da mal weiter: Wenn jetzt also der Webseitenbesucher diese Domain reserviert hat, was hindert ihn daran, das nächste mal direkt zum Domain-Registrar zu gehen? Sehen sie, nichts hindert ihn. Und so vermitteln Sie mit der Schaltung von Bannern und Links auch Folgegeschäfte, bei denen Sie außen vor bleiben. Und das ist der unfair-advantage des Anbieters. Er zahlt ihnen 5% für ein Geschäft, dem weitere Folgen. Und so rechnet es sich immer für den Anbieter und kaum für den Publisher.

Partnerprogramme müssen also besonders reizen – und sie müssen ungewöhnlich sein und möglichst hohe Vergütungen ausschütten – und seriös, denn sonst helfen uns die vorher genannten Atribute nicht. Wir werden in den nächsen Monaten regelmäßig Partnerprogramme vorstellen, die unserer Meinung nach funktionieren.

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